Seoul City Guide.

Seoul hält Gegensätze zusammen, die anderswo nicht nebeneinander existieren würden. Buddhistische Tempel zwischen Hochhäusern, Großmütter die Kimchi auf der Straße fermentieren neben Natural Wine Bars mit internationaler Weinkarte. Jahrtausende alte Paläste, eine der dynamischsten Gastronomieszenen Asiens und Viertel die sich jedes Jahr neu erfinden ohne ihre Identität zu verlieren.
"Eine Stadt die tausend Jahre Geschichte trägt und trotzdem schneller als jede anderevorangeht."

Kunst & Galerien

Drei Räume, drei Jahrhunderte.

 

NATIONALMUSEUM OF KOREA, Yongsan

Das Flaggschiff der koreanischen Museumslandschaft mit über 310.000 Objekten aus koreanischer und asiatischer Geschichte. Gegossene Bronzeglocken, goldene Kronenschmuckstücke aus dem Silla-Reich, buddhistische Skulpturen, Keramiken und Gemälde die Jahrtausende überdauert haben. Während des Koreakriegs wurden 20.000 Objekte nach Busan in Sicherheit gebracht, alle kehrten zurück. Der Bau selbst ist beeindruckend, mit einem offenen Blick durch die Haupthalle auf den Namsan-Berg dahinter. Eintritt kostenlos für die Dauerausstellung. Fast vier Millionen Besucher jährlich, und trotzdem nie das Gefühl von Gedränge.

PIKNIC, Seongsu

Ein ehemaliges Industriegebäude in Seongsu, umgebaut zu einem Raum für zeitgenössische Kunstinstallationen und immersive Erlebnisse. Jede Ausstellung bespielt den Raum komplett neu, keine feste Sammlung, kein vorhersehbares Konzept. Das Viertel Seongsu selbst ist ein eigener Besuch wert, direkt neben Café Onion und einer wachsenden Szene aus Ateliers, Concept Stores und unabhängigen Galerien die sich in alten Fabrikhallen eingenistet haben. Vorher online prüfen was gerade gezeigt wird.

ARARIOMUSEUM, Insadong

Das ehemalige Architekturbüro des koreanischen Architekten Kim Swoo-geun, erbaut 1971 und seit 2014 nationales Kulturerbe und zeitgenössisches Kunstmuseum. Die Ziegelwände erinnern bewusst an die Ästhetik des Changdeokgung-Palastes nebenan. Die Sammlung umfasst Werke von Nam June Paik, Damien Hirst, Marc Quinn und Kohei Nawa. Das Gebäude ist ein Labyrinth aus niedrigen Decken, schmalen Treppen und Fenstern verschiedener Formen, jeder Raum anders als der vorherige. Geöffnet 10 bis 19 Uhr, geschlossen montags.

Hidden Gems

Drei Wege Seoul zu verstehen.

 

BUKCHON HANOK VILLAGE, Jongno

Über 900 erhaltene Hanok-Häuser aus der Joseon-Dynastie, eingebettet zwischen Gyeongbokgung Palast und Changdeokgung Palast auf einem Hügel im Herzen der Altstadt. Schmale gepflasterte Gassen, geschwungene Ziegeldächer, kleine Töpfereien, Teehäuser und Galerien hinter alten Holztüren. Das Viertel ist bewohnt und kein Museum, was man deutlich spürt. Wäsche hängt an Leinen, Kinder spielen in den Gassen, Großmütter sitzen vor den Eingängen. Am frühen Morgen vor 8 Uhr sind die Gassen fast leer und das Licht fällt weich über die Dächer. Später am Tag deutlich belebter, besonders an Wochenenden.

 

DONGMYO FLEA MARKET, Dongmyo

Einer der ältesten Flohmärkte Seouls, jeden Tag geöffnet aber samstags am lebendigsten wenn die größten Händler ihre Stände aufbauen. Alte Schallplatten aus den 1970ern und 80ern, Vintage-Kleidung aus mehreren Jahrzehnten, koreanische Keramik, antike Holzmöbel, Militaria, Küchenutensilien und Kuriositäten die keine Kategorie haben. Keine Touristen, keine englischen Schilder, kein Konzept dahinter. Die meisten Händler sind seit Jahrzehnten dabei und kennen jedes Stück in ihrem Stand.

 

GYEONGBOKGUNG PALAST, Jongno

Der größte der fünf Königspaläste der Joseon-Dynastie, erbaut 1395 im Norden der Altstadt. Auf dem Gelände befinden sich über 330 Gebäude, Pavillons und Tore, verteilt über eine Fläche von 410.000 Quadratmetern. Das Haupttor Gwanghwamun, der Thronsaal Geunjeongjeon und die Pavillons am Hyangwonjeong-Teich sind die stärksten Momente des Geländes. Im Hintergrund ragen die Berge des Bugaksan auf, eine Kulisse die schwer zu vergessen ist. Direkt neben dem Nationalmuseum von Korea, beide lassen sich gut an einem Tag kombinieren.